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Geschichte der FDP Worb
Seit der Gründung der Ortspartei anfangs der 1920-er Jahre hat die FDP Worb die Entwicklungen in der Gemeinde Worb aktiv mitgeprägt. Sie hat sich in den letzten Jahren für eine sinnvolle Finanzpolitik eingesetzt, mit dem Resultat, dass die Schulden stark abgebaut und die Steuern gesenkt werden konnten. Die FDP Worb ist regelmässig mit Mitgliedern im Grossen Rat des Kantons Bern vertreten. Zur Zeit mit Grossrätin Franziska Fritschy-Gerber. Im Jahr 1999/2000 amtierte Heinz Neuenschwander als Grossratspräsident.
Bis 1894
Im Kanton Bern engagieren sich liberale Persönlichkeiten politisch in verschiedenen Vereinen.
1894 - 1917
Liberale Vertreter aus Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft gründen 1894 im Kanton Bern die Freisinnig– Demokratische Partei.
Die Landwirte und die ländliche Bevölkerung fühlen sich vom Freisinn ungenügend vertreten. Sie gründen 1917 unter dem spätern Bundesrat Rudolf Minger die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB.
1917 – 1948
1924 erscheint erstmals die Abkürzung FDP in einem Wahlprotokoll der Gemeinde. Daraus entnehmen wir, dass unsere Ortspartei zwischen 1922 und 1924 gegründet wurde.
Bis 1948 haben FDP und BGB bei Gemeindewahlen immer eine gemeinsame Liste eingereicht, welche jeweils 9 von 15 Gemeinderatsmandaten erzielte.
Bei nationalen und kantonalen Wahlen erreichte die FDP in der Gemeinde jeweils einen Wähleranteil von etwa 20 %.
In den Protokollen von Gemeindeversammlungen tauchen wiederholt Freisinnige Gemeinderäte als Sprecher für gewichtige Geschäfte wie Wasserversorgung und Freibad auf. Von 1937 bis 1945 amtet der Freisinnige Walter Aeschbacher als Gemeinderatspräsident und anschliessend bis 1952 als Gemeindepräsident.
1948 - 1968
Die FDP reicht bei den Gemeindewahlen erstmals eine eigene Liste ein und erzielt mit 24 % Wähleranteil 3 von 15 Gemeinderatsmandaten.
Der FDP-Vertreter Christian Aeschbacher fordert 1968 an der Gemeindeversammlung erfolgreich die dreijährige rollende Finanzplanung. Im gleichen Jahr lancierte die FDP eine Initiative zur Einführung eines Gemeindeparlamentes. Sowohl die Initiative wie der Gegenvorschlag des Gemeinderates verpassten das absolute Mehr knapp. Dieses Resultat veranlasste den Gemeinderat zur Einsetzung einer Spezialkommission unter der Führung des Freisinnigen Walter Trindler, um das Anliegen zu prüfen und eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten.
1968 - 1980
1972 wurde erstmals nach neuer Gemeindeordnung gewählt. Die FDP erreichte im Grossen Gemeinderat (GGR) 10 von 40 und im Gemeinderat 2 von 8 Mandaten. Zudem wurde Walter Trindler als erster vollamtlicher Gemeindepräsident gewählt.
Die Gemeinde Worb erlebt bis 1980 eine rasante Entwicklung mit einer Verdoppelung der Einwohnerzahl auf über 11'000. Der Aufwand für Infrastruktur- und Erschliessungsanlagen war gewaltig und führte zu massiver Verschuldung mit entsprechend hoher Belastung der Gemeinderechnungen späterer Jahre.
1980 – 1996
Verschiedene neue Parteien nehmen an den Wahlen teil. Dies und interne Querelen führten dazu, dass die FDP markant einbüsste und 1992 noch 6 GGR-Mandate erreichte. Da 1988 auch die Wahl des Gemeindepräsidenten dem Proporzsystem des Gemeinderates unterstellt wurde, hatte die FDP noch 2 Vertreter im Gemeinderat.
Die FDP wehrt sich erfolgreich gegen die Einführung von drei Oberstufenzentren in der Gemeinde. Entgegen der Mehrheit im Gemeinderat und im Parlament gaben die Stimmbürger 1993 mit einem Anteil von über 60 % der FDP Recht und votierten für 2 Zentren.
1996 – 2004
Die FDP erholt sich und steigert den Wähleranteil über 20 %. Sie hat seit 2000 wieder 9 Mandate im 40-köpfigen Gemeindeparlament.
Die aus den siebziger Jahren stammende hohe Verschuldung erforderte neben einer Steuererhöhung eine sehr restriktive Finanzpolitik. Nicht zuletzt dank der konsequenten Sparpolitik der FDP-Fraktion in GR und GGR, und vor allem des Freisinnigen Finanzdirektors Jakob Kirchmeier, konnten die Schulden von über 50 auf unter 20 Mio reduziert werden. Die Sparpolitik ermöglichte zweimalige Steuersenkungen, ohne dass sich die Gemeinde in finanzielle Abenteuer einlassen musste.
Ende der neunziger Jahre forderte die FDP im Gemeinderat, in der Spezialkommission zur Erarbeitung der neuen Gemeindeverfassung und im Parlament erfolglos gegen alle andern Parteien eine Reduktion des Gemeinderates von 9 auf 7 Mitglieder. Mit einer Initiative (950 Unterschriften) erzwang sie 1999 eine Volksabstimmung, welche mit 66 % zugunsten der FDP ausging. Trotz Verkleinerung des Gemeinderates konnte die FDP anlässlich der Wahlen 2000 ihre 2 Mandate halten.
Wegen des von den Wählern nicht goutierten Machtanspruchs der SVP aufs Gemeindepräsidium verloren die Bürgerlichen bei den Wahlen 2004 wertvolle Stimmen. Die Zeche bezahlte die FDP als kleinerer Bündnispartner mit dem Verlust eines Gemeinderatsmandates, welchem leider der Finanzdirektor Kirchmeier zum Opfer fiel.
2008
Die FDP ist eindeutige Siegerin der Gemeindewahlen 2008 und wird die wählerstärkste Partei in Worb. Sie erzielt ihr bestes Resultat seit der Gründung der Ortspartei. Sie kann den 2004 an die SP verlorenen Sitz im Gemeinderat zurückerobern (neu 2 Sitze) und gewinnt zwei zusätzliche Sitze im Parlament (neu 11 Sitze) und stellt die stärkste Fraktion.
Die FDP im Kantonsparlament
1931-1945
Emil Schneiter
(Mitinhaber der Filz- und Holzschuhfabrik Enggistein)
1980-1986
Walter Trindler /Gemeindepräsident
1990-2000
Heinz Neuenschwander
(Grossratspräsident 1999/2000)
1998-2010
Franziska Fritschy-Gerber
Die FDP-Präsidien seit 1973
Grosser Gemeinderat
1974 Rolf Bühlmann
1977 Hannes Walz
1980 Hansruedi Stoll
1984 Klaus Moser
1989 Jürg Wettstein
1993 Roland Möschler
1998 Niklaus Mayer
2003 Franziska Fritschy
2006 Hanspeter Stoll
2010 Maja Widmer-Trimaglio
Geschäftsprüfungskommission
1983-84 Peter Blättler
1989-90 Jakob Kirchmeier
1997-98 Andreas Born
2005-06 Maja Widmer-Trimaglio
Aufsichtskommission (seit 2000)
2002-04 Roger Sigel
2007-08 Olivier Dinichert
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