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Abstimmung 16./17. Juni 2007
Abstimmung zur Schliessung der Klassen in den Aussenschulen
Liebe Leserinnen und Leser
Am 17. Juni steht eine wichtige Abstimmung für die Zukunft unserer Primarschulen und Kindergärten an. Wir haben über die künftige Schulstruktur zu entscheiden und ob die Kinder aus den Aussenorten in die Klassen von Worb und Rüfenacht integriert werden sollen. Weil die Schülerzahlen in der ganzen Gemeinde abnehmen und Klassenschliessungen vom Kanton diktiert werden, ist Handeln angesagt. Worb steht nicht allein da, im ganzen Kanton wird in den kommenden Jahren mit vielen Klassenschliessungen gerechnet.
Die mit der Lösungssuche beauftragten Arbeitsgruppen haben ganze Arbeit geleistet: Es liegen sehr gute Grundlagen vor, die überzeugend aufzeigen, dass und wie die Kinder aus den Aussenorten in die Klassen von Worb und Rüfenacht integriert werden können.
Die FDP setzt sich für eine gute moderne Bildung ein und dafür, dass der Steuerfranken optimal eingesetzt wird. Mit einem JA am 17. Juni kann beiden Zielen gleichzeitig Rechnung getragen werden. Deshalb: Stimmen auch Sie am 17. Juni 2007 JA zur Änderung des Schul- und Kindergartenreglements.
Maja Widmer-Trimaglio Präsidentin FDP Worb, Mitglied Grosser Gemeinderat Worb
Darum werben wir für Ihr JA an der Urne!
Ein JA bedeutet, dass nicht um jeden (hohen) Preis in den Aussenorten Klassen geführt werden müssen.
Ein JA bedeutet, dass in Worb nicht Kinder aus den Zentrumsschulen in Worb in die Klassen der Aussenorte eingeteilt werden müssen, um diese auf Dauer am Leben zu erhalten.
Ein JA bedeutet in Rüfenacht, dass weiterhin in bewährter Weise je zwei Parallelklassen geführt werden können und auf die teilweise Bildung von Mehrjahrgangsklassen verzichtet werden kann.
Von einem Nein wären folglich zuallererst die Kinder aus Worb und Rüfenacht negativ betroffen.
Ein JA bringt auch den Steuerzahlerinnen und -zahlern Gutes. Jährlich sind Einsparungen von netto 500‘000 Franken zu erwarten. Weil einige der Schulhäuser in den Aussenorten umgehend saniert werden müssen, wäre zudem in den nächsten Jahren mit hohen Investitionsausgaben zu rechnen.
Schliessung der Klassen in den Aussenorten – die Haltung der FDP Worb
Die FDP Worb sagt ja zu einer Schliessung aller Schulhäuser in den Aussenorten per 31. Juli 2008. Folgende Gründe haben zu diesem Entscheid der FDP beigetragen:
Klare Facts:
Die durch den Gemeinderat vorgelegten Fakten sind klar, transparent und selbsterklärend. Allfällige oder noch offene Fragen werden aufgrund der in den letzten Monaten getätigten Detailabklärungen des Gemeinderates und der eingesetzten Arbeitsgruppen ausreichend beantwortet.
Integration aller Schülerinnen und Schüler in die zentral gelegenen Schulen in Worb und Rüfenacht möglich:
Die Schülerzahlen sinken auch in unserer Gemeinde trotz intensiver Bautätigkeit, in den Jahren 2000 - 2010 um rund 25 %. Dieser Rückgang hatte bisher keine Auswirkungen auf die Schulhauszahl, die Klassenzahlen sind jedoch stetig zurückgegangen. Die vorliegenden Abklärungen des Gemeinderates zeigen auf, dass eine Integration aller Schülerinnen und Schüler in die Schulanlagen von Rüfenacht und Worb, welche aufgrund von Volksentscheiden in den letzen Jahren massvoll und zweckmässig ausgebaut worden sind, um den stei-genden Bedürfnissen gerecht zu werden, problemlos möglich ist. Der auch eingebrachte umgekehrte Ansatz, Kinder aus den Zentren in die Aussenorte zu schicken, geht in eine fal-sche Richtung. Die FDP Worb lehnt dieses Ansinnen daher als unverhältnismässige und nicht zeitgerechte Lösung ab.
Offene Fragen sind geklärt, längere Schulwege zumutbar:
Etliche offene Fragen zu den wichtigen Themen wie Schulwegsicherheit und Transportdienst für die Kinder sind geklärt. Es konnten gute und zumutbare Lösungen für Kinder und Eltern aufgezeigt werden.
Gleiche Möglichkeiten für alle Kinder:
Die FDP setzt sich seit jeher für eine Gleichbehandlung aller Kinder unserer Gemeinde ein. Diese Gleichbehandlung ist daher für alle Kinder gleichzeitig und in den Zentren sicher zu stellen. Die Gemeinde bietet bereits heute sehr gute Perspektiven für Kinder in den Zentren; die gleich guten Perspektiven sollen auch den Kindern aus den Aussenorten zu Gute kommen.
Kantonale Reformprojekte sind keine Stolpersteine:
Die FDP nimmt erfreut zur Kenntnis, dass kantonale Schulreformprojekte (z.B. Bestrebungen zur Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS), Integration und besondere Mass-nahmen) für die geplanten Schulhausschliessungen keine Hemmnisse darstellen..
Klassenschliessungen sind bereits Tatsache:
Klassenschliessungen sind auch in unserer Gemeinde bereits Tatsache oder stehen unmit-telbar bevor. Die unumgängliche Folge weiterer vom Kanton verordneter Klassenschliessun-gen wäre zum Beispiel die zwingende Einführung von Mehrjahrgangsklassen in Rüfenacht. Dies lehnt die FDP ab, da ein solches Modell mit zu grossen Nachteilen für alle Schulkinder verbunden wäre. Grosse Differenzen innerhalb einzelner Klassen - und diese sind leider heute Tatsache - wären nicht zuletzt wegen organisatorischer Widerwärtigkeiten sehr schwierig zu handhaben.
Einfachere Schulorganisation:
Unsere Schulen werden heute von professionellen und bestens ausgebildeten Schulleiterin-nen und Schulleitern geführt. Fachleute sprechen von der geführten Schule. Die Leitung einer Schule an einem oder an nur wenigen zentralen Standorten ist dabei von Vorteil. Einzelne Klassen in den Aussenorten erfordern führungsmässig einen unverhältnismässigen Zu-satzaufwand, der sich gerade in einer Zeit, wo die Volksschule vor grossen Herausforderun-gen steht, keinesfalls rechtfertigen lässt. Die geplanten Schulhausschliessungen unterstützen diese Aspekte und verbessern die Situation auf einen Schlag.
Optimaler Einsatz des Steuerfrankens:
Beim vorliegenden Geschäft geht es nicht um eine Sparübung. Die FDP hat sich in den letzten Jahren stets für Bildungsfragen in unserer Gemeinde stark engagiert. Zentral ist dabei, dass der Bildungsfranken möglichst optimal eingesetzt wird, eingesetzt für ein gutes Bil-dungsangebot für alle. Mit dem Vorschlag des Gemeinderates besteht Gewähr, dass das Geld noch besser als heute zu Gunsten der Bildung investiert werden kann.
Fakten zum Thema
Im Zeitraum von 2000 bis 2010 sinkt in der Gemeinde Worb die Anzahl Kinder der Primarstufe (1. - 6. Klasse) trotz grosser Bautätigkeit um 25 Prozent. Infolge dieses Schülerrückgangs wird in diversen Klassen früher oder später der Normalbereich für die Schülerzahl unterschritten. Die kantonale Erziehungsdirektion hat aus diesem Grund bereits die Schliessung von Klassen verfügt: In Enggistein und in Richigen ist je eine Klasse bereits geschlossen worden.
In beiden Ortschaften wird seither noch je eine Mehrjahrgangklasse 1. - 6. Schuljahr geführt. Weil in der Gemeinde Worb Arbeiten zur Zukunft der Schulen im Gange sind, hat der Kanton die Schliessung von weiteren Klassen (Klasse Wattenwil-Bangerten und eine bis zwei Klassen in Rüfenacht) auf Sommer 2008 verschoben. Weitere Klassenschliessungen sind absehbar.
Im April 2006 hat eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe einen ersten Bericht mit umfangreichen Abklärungen veröffentlicht. Für den Primarstufen- und Kindergartenkreis Worb und für den Schulkreis Rüfenacht sind verschiedene Varianten geprüft worden. Unter anderem ist festgestellt worden, dass aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen und der kantonalen Vorgaben der heutige Zustand nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, die Klassengrössen aber eine Integration der Kinder aus den Aussenorten in die Klassen von Worb und Rüfenacht zulassen. Dabei bestehen sowohl in Worb wie auch in Rüfenacht Raumreserven. Die Schliessung der Klassen in den Aussenorten wären mit erheblichen Einsparungen verbunden.
Der Gemeinderat favorisierte die Integration aller Kinder aus den Aussenorten in die Schul- und Kindergartenklassen von Worb und Rüfenacht auf den 1. August 2007 und führte eine Vernehmlassung durch.
Die betroffenen Schulkommissionen und Schulleitungen sowie die FDP, die Grünen und die SP unterstützten die Absichten des Gemeinderats. Die SVP, die EVP und die EDU sowie viele betroffene Bürgerinnen und Bürger äusserten sich ablehnend.
Der Gemeinderat beschloss daraufhin, verschiedene aufgeworfene Fragen genauer abzuklären. Unter anderem wurden drei Arbeitsgruppen eingesetzt. Eine Arbeitsgruppe klärte ab, wie eine allfällige Integration der Kinder aus den Aussenorten in die Klassen von Worb und Rüfenacht konkret realisiert werden könnte. Eine Arbeitsgruppe klärte für alle Kinder aus den Aussenorten ab, ob und wie sie den Weg ins künftige Schulhaus selber zurücklegen könnten oder ob die Kinder transportiert werden müssten. Eine Arbeitsgruppe klärte schliesslich ab, wie die Gemeinde nach einem allfälligen Verkauf der Schulhäuser in den Aussenorten angemessene Raumangebote für das gesellschaftliche Leben sowie Spiel- und Sportplätze zur Verfügung stellen kann.
Die Abklärungen dauerten bis im Februar 2007 und ergaben, dass eine Schliessung der Klassen in den Aussenorten Enggistein, Richigen, Wattenwil-Bangerten und Vielbringen auf den 31. Juli 2008 möglich ist. Nach heutigem Wissen müsste keinen unbefristet angestellten Lehrpersonen gekündigt werden.
Die jährliche Kostenersparnis für die Gemeinde würde netto rund 500‘000 Franken betragen.
Der Grosse Gemeinderat hat die entsprechende Änderung des Schul- und Kindergartenreglements mit 23 zu 15 Stimmen gutgeheissen. Am 17 Juni werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber zu befinden haben.
Ein JA für eine gesunde, zukunftsfähige Worber Schulstruktur.
Fragen an Gemeinderätin Franziska Fritschy, Departementsvorsteherin Bildung
Schulschliessungen sind nicht populär. Weshalb hat der Gemeinderat das Thema trotzdem aufgegriffen? Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Schulhäuser in den Aussenorten für die Bevölkerung einen hohen Stellenwert besitzen. Die Schliessung der Klassen bedeutet für die Dörfer einen weiteren schmerzlichen Verlust. Es ist aber eine Tatsache, dass die Schülerzahlen im ganzen Gemeindegebiet zwischen 2000 und 2010 um rund 25 Prozent abnehmen. Dies hat zur Folge, dass einige Schulklassen früher oder später nicht mehr die geforderte Schülerzahl aufweisen und vom Kanton geschlossen werden. Diese Klassenschliessungen führen zu unbefriedigenden Situationen in den Schulen. Deshalb will der Gemeinderat aktiv führen und eine möglichst sinnvolle und zukunftsfähige Lösung realisieren. Dass die Schliessung der Klassen in den Aussenorten die beste Lösung ist, hat sich aus umfangreichen Analysen ergeben.
Warum drängt der Gemeinderat auf eine rasche Entscheidung?
Der kommende Entscheid wird in der Gemeinde für die nächsten vielleicht 10 Jahre bestimmend sein. Die meisten Schulhäuser der Aussenorte bedürfen nämlich einer gründlichen Sanierung, wenn sie weiter geführt werden. Das bedeutet aber, dass sofort viel Geld in die Häuser investiert werden müsste. Auf absehbare Zeit gäbe es danach kein Zurück.
Welche Hauptanliegen wurden bei den Arbeiten verfolgt?
Im Zentrum standen die Bedürfnisse der Kinder. Es ging darum, allen Kindern in der Gemeinde die gleichen Bildungsangebote zu geben. Ein weiteres Anliegen galt dem Schulweg. Wo möglich und zumutbar, sollen die Kinder den Schulweg aus eigener Kraft, zu Fuss oder mit dem Velo, zurücklegen. Allerdings müssen die Schulwege sicher sein. Spezialisten der Kantonspolizei und der BfU haben uns beraten, welche Massnahmen wo getroffen werden müssen. Ein Anliegen des Gemeinderats war ferner, in den Aussenorten weiterhin Räumlichkeiten sowie Spiel- und Sportplätze zur Verfügung zu stellen.
Vor etwa einem Jahr hat der Gemeinderat bereits die Schliessung aller Klassen in den Aussenorten favorisiert. Inzwischen haben drei Arbeitsgruppen weiter am Thema gearbeitet und der Gemeinderat hat seine Ansicht nicht geändert. Hätte man sich diese Arbeit nicht ersparen können?
Abgesehen davon, dass jetzt die Integration der Kinder in die Klassen von Worb und Rüfenacht auf den 1. August 2008 geplant ist, während vor einem Jahr noch Klassenschliessungen bereits auf den 1. August 2007 zur Diskussion standen, hat der Gemeinderat tatsächlich seine Absicht nicht geändert. In den Vernehmlassungsantworten sind zahlreiche Fragen gestellt worden, die nun abgeklärt wurden. So liegen heute als Resultat dieser Arbeiten viele Umsetzungsdetails vor.
Handelt es sich dabei nicht einfach um eine Sparmassnahme?
Die gesunkenen Schülerzahlen machen eine Anpassung der Schulstrukturen notwendig. Als Nebeneffekt der vorgeschlagenen Massnahmen wird die Schulorganisation vereinfacht undzugleich jährlich netto 500‘000 Franken eingespart. Überdimensionierte Schulhäuser weiter zu betreiben, wäre nach Ansicht des Gemeinderats unvereinbar mit der Pflicht zum sorgfältigen Umgang mit den öffentlichen Mitteln.
In den Aussenorten stösst der Vorschlag des Gemeinderates zum Teil immer noch auf heftige Opposition.
Die Angst, etwas zu verlieren, weckt immer Emotionen. Es gilt aber zu bedenken, dass die Schulkinder bei der angestrebten Lösung auch gewinnen.
In den Zentren ist das Angebot für die Kinder umfangreicher. Zum Beispiel ist das Wahlfachangebot grösser, ist Infrastruktur und Ausrüstung besser (Bibliothek, Musikraum, NMM, Informatik), ist der Zugang zu Spezialunterricht einfacher, sind Turnhallen vorhanden und ist ein Besuch der Tagesschule möglich.
Ist die Problematik in Worb und Rüfenacht vergleichbar?
Wenn der Vorschlag des Gemeinderates am 17. Juni abgelehnt wird, gibt es einen grossen Unterschied: In Worb müsste ein kleiner Teil der Worber Kinder die Schule in den Aussenorten (in Mehrjahrgangsklassen 1.-6. Klasse) besuchen.
Für Rüfenacht würde die Weiterführung von einer oder zwei Klassen in Vielbringen bedeuten, dass in Rüfenacht nicht mehr pro Jahrgang zwei parallele Klassen geführt werden könnten, sondern dass teilweise Mehrjahrgangsklassen eingeführt werden müssen. Der Entscheid, wer dann in die Jahrgangs- bzw. in die Mehrjahrgangsklasse eingeteilt wird, dürfte für heisse Köpfe sorgen.
Wie fühlen Sie sich persönlich, wenn Sie den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern die Schliessung der Schulhäuser der Aussenorte empfehlen?
Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat mich in den letzten eineinhalb Jahren ausserordentlich beschäftigt – auch emotional. Für mich persönlich fand ich nur einen Weg, mit der zum Teil erwarteten Kritik umzugehen: Das Bewusstsein, dass wir immer versucht haben, die Interessen und Bedürnisse aller Kinder zu berücksichtigen, um unter den gegebenen Voraussetzungen die bestmögliche Lösung zu finden.
Bildung - Mehr Bildungsqualität durch klare Ziele
Senioren helfen in der Schule. (FDPress 01-04) von Hanspeter Stoll, Mitglied GGR, Präsident Volksschul- und Kindergartenkommission Rüfenacht-Vielbringen
Mehr Bildungsqualität durch klare Ziele lautet die Devise der FDP. Dass eine Verbesserung der Bildungsqualität auch mit einfachen aber wirkungsvollen Mitteln möglich ist, zeigt die FDP mit ihrem innovativen Seniorenprojekt.
Auf Initiative des Ende 2003 zurückgetretenen Gemeinderates Heinz Neuenschwander werden ab dem Februar dieses Jahres in fünf Worber Schulklassen Seniorinnen und Senioren anzutreffen sein, welche Lehrkräfte während ein bis höchstens zwei Lektionen pro Woche unterstützen. Der einzelne Senior bleibt immer der gleichen Klasse zugeteilt und unterstützt die Lehrerin oder den Lehrer: Zum Beispiel indem er schwächeren Schülerinnen und Schülern bei Gruppenarbeiten, bei der Erarbeitung von Berichten oder ganz einfach beim Erledigen der Hausaufgaben hilft. Die Verantwortung für den Unterricht bleibt dabei immer bei der Lehrkraft. Vorerst wird das vom Schulinspektorat unterstützte Projekt in zwei Klassen in Rüfenacht und in je einer Klasse in Vielbringen und den Schulhäusern Wyden und Sonnhalde in Worb Dorf eingeführt. Die Einsätze erfolgen auf der Unter- und Mittelstufe. Bei der Suche nach motivierten Seniorinnen und Senioren haben die Kirchgemeinde Worb und der VSeSe mitgewirkt. Es ist geplant, dass das Projekt vorerst bis Ende Schuljahr läuft. Bis dann werden Erfahrungen gesammelt und dann wird weitergeschaut. Obwohl die Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich arbeiten, haben sich für die Zeit danach bereits neun Interessenten gemeldet.
Das Seniorenprojekt wurde über die Gemeindegrenzen hinaus sehr gut aufgenommen und ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bildungsqualität auch
Neues Schulleitbild und mehr Qualität. (FDPress 01-04) Von Hanspeter Stoll, Mitglied GGR, Präsident Volksschul- und Kindergartenkommission Rüfenacht-Vielbringen
In den letzten vier Jahren hat in der «Worber Bildungslandschaft» ein eigentlicher Erneuerungsprozess stattgefunden. Die Worber Politik hat sich jedoch bis heute zum Thema Bildung stets nur punktuell, etwa im Zusammenhang mit Veränderungen von Organisationsstrukturen oder zu Infrastrukturfragen, geäussert.
Eine eigentliche Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Aspekten der Worber Schulen und dem gesamten Bildungswesen hat nicht stattgefunden. Was fehlt, sind allgemein gültige Aussagen der Politik, was diese von einem modernen Bildungswesen in der Gemeinde Worb erwartet. Dazu gehört eine Gesamtschau und Beurteilung des Bildungswesens, zu dem neben den Schulen auch die Erwachsenenbildung, die Musikschulen und die Bibliotheken gehören.
Ebenso fehlt ein griffiges Qualitätscontrolling zur Überprüfung der Ziele der Bildungspolitik.Obschon die pädagogischen und inhaltlichen Aspekte im Bildungswesen durch kantonale Vorgaben wie Volksschulgesetz oder Lehrplan festgelegt sind, verbleibt der Gemeinde und den einzelnen Schulen ein gewisser Spielraum. Dieser muss zielgerichtet genutzt werden. Möglichkeiten, wo die Gemeinde Einfluss nehmen kann und soll, sind u.a. die Schaffung von attraktiven Wahlfachangeboten, die Förderung und Umsetzung von Projekten (Begabtenförderung, Seniorenprojekt, Aufgabenhilfe) sowie bedarfsgerechten familienergänzenden Kinderbetreuungsangeboten (Tagesstrukturen).
In einer kürzlich eingereichten Motion verlangt die FDP Worb folgende Massnahmen: - Die Erarbeitung eines Leitbildes für den Bereich Bildung - Ein Qualitätscontrolling für die von der Gemeinde beeinflussbaren Bereiche - Die regelmässige Information der Bevölkerung.
Mit diesen politischen Bekenntnissen setzt die Gemeinde Worb neue Zeichen und bietet den Lehrkräften einen verbesserten Rückhalt in ihrer schönen aber nicht immer einfachen Aufgabe.
Tagesschulstrukturen auch in Worb und Rüfenacht? (FDPress 04-04) Interview mit Franziska Fritschy. Die Gemeinderätin und Vorsteherin des Departements Bildung beantwortet Fragen.
FDPress: Frau Fritschy, erlauben Sie uns zuerst einen Blick zurück. Seit Anfang Jahr gibt es im Worber Gemeinderat wieder eine Frau, nämlich Sie. Wie erfahren Sie das einsame Frauendasein im Gemeinderat? Franziska Fritschy: Ich habe mich sehr schnell eingelebt. Die Kollegen kannte ich bereits und ausserdem kamen mir die Erfahrungen aus meinen bisherigen Tätigkeiten im Gemeindeparlament und im Grossen Rat zugute. Einzig wenn nach Sitzungen über Eishockey oder Fussball diskutiert wird, kann ich nicht mithalten. Dies ist aber nicht allzu häufig der Fall.
Sie hatten das Departement Bildung zu übernehmen. War dies ihr Wunschdepartement? Franziska Fritschy: Bildung ist meines Erachtens eine sehr wichtige Aufgabe der öffentlichen Hand. Ferner sind auf Gemeindestufe, an der «Front», wichtige Aufgaben wahrzunehmen. Ich schätze mich deshalb glücklich, dem Departement Bildung vorzustehen. Umso mehr, als ich bereits unzählige positive Begegnungen erlebt habe und überzeugt bin, dass in der Gemeinde Worb im Bildungsbereich von unzähligen Beteiligten sehr viel sehr gute Arbeit geleistet wird.
Sie haben das Reglement über die Tagesschule im Parlament mit Unterstützung der FDP-Fraktion mit grosser Mehrheit durchgebracht. Dagegen ist das Referendum ergriffen worden, unter anderem mit dem Argument, dass das Angebot zu teuer sei. Diesen Vorwurf hören Sie vermutlich nicht gerne – Sie waren ja auch schon für Steuersenkungen. Franziska Fritschy: Das Referendum zu ergreifen ist ein Recht, das allen zusteht, damit habe ich keine Mühe. Es kann sogar ein Vorteil sein, dass der Bevölkerung Sinn und Zweck von Tagesschulstrukturen aufgezeigt werden können. Nachteilig ist sicher, dass die Tagesschulstrukturen voraussichtlich erst auf Beginn des Schuljahres 05/06 eingeführt werden können. Zur Tagesschule und deren Kosten: Die Gesellschaft hat ein Interesse daran, dass junge Frauen, auch berufstätige, Kinder zur Welt bringen. Ferner ist die Gesellschaft auf die Arbeitskraft der zumeist gut ausgebildeten Mütter angewiesen. Also ist naheliegend, dass die öffentliche Hand Angebote bereitstellt und unterstützt, die die Berufstätigkeit beider Elternteile ermöglichen. Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass für die öffentliche Hand insgesamt die indirekten finanziellen Erträge der familienergänzenden Kinderbetreuungsangebote wesentlich höher sind als die Kosten. Dies, weil durch Tagesstrukturen von Erziehungsarbeit entlastete Eltern ein grösseres Einkommen versteuern. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass Tagesschulangebote möglichst kostengünstig sein sollten. Voraussetzung muss jedoch sein, dass die Angebote qualitativ gut sind, so dass die Kinder gut betreut und nicht nur «gehütet» werden. Diesen Anspruch hat auch der Kanton. Falls gewisse qualitative Vorgaben nicht erfüllt wären, würde nämlich die Lastenausgleichsberechtigung wegfallen. So könnte eine «billige» Tagesschule die Gemeinde teuer zu stehen kommen.
Finden Sie nicht, dass Sie als Vorsteherin des Departementes Bildung doch eher für Bildung als für Betreuung zuständig wären? Franziska Fritschy: Die primäre Aufgabe der Schule ist die Wissensvermittlung. Was die Kinder von zu Hause mitbringen oder eben nicht, ist für die Ausbildung in der Schule wichtig. Falls Kinder, zum Beispiel solche aus fremden Kulturen, die Tagesschule besuchen anstatt unbeaufsichtigt zu sein, hat dies in der Schule positive Auswirkungen. Die Lehrkräfte müssen nämlich nicht mehr im Schulunterricht Grundfertigkeiten üben, sondern können sich dem Schulstoff widmen. Es profitieren somit nicht nur die direkt betroffenen Kinder, sondern alle Kinder einer Klasse. Insofern hat die Betreuung von Kindern, hat eine Tagesschule, viel mit Bildung zu tun.
Was sagen Sie zur Ansicht, dass Kindererziehung Sache der Eltern ist? Franziska Fritschy: Kinder sollen auch weiterhin in erster Linie von den Eltern erzogen werden. Falls Eltern nicht auf die Tagesschulstrukturen angewiesen sind, ist dies wunderbar. Wichtig ist, dass die Tagesschule ein freiwilliges Angebot der Gemeinde ist.
Was geschieht bei einer Ablehnung des Reglementes über die Tagesschule? Franziska Fritschy: In Worb und in Rüfenacht würden keine Tagesschulstrukturen eingeführt. Die Gemeinde Worb könnte sich zwar gewisse Umbaukosten sparen. Finanziell würden jedoch vor allem der Kanton und die Gesamtheit der Gemeinden entlastet. Steuermehrerträge infolge grösserer Berufstätigkeit von Eltern mit Schulkindern wären nicht zu erwarten. Die Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern vor und nach der Schule und über Mittag müsste weiterhin durch die Eltern übernommen oder organisiert werden. Viele Väter und vor allem viele Mütter könnten, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt eine berufliche Tätigkeit ausüben. Für junge Familien wäre Worb als Wohnort weniger attraktiv. Ausserdem würden viele Kinder weiterhin ihre Freizeit unbetreut verbringen.
...was nicht erstrebenswert erscheint. Franziska Fritschy: Allerdings! Ich erwarte deshalb am 26. September ein deutliches JA der Worber Bevölkerung zum Reglement über die Tagesschule.
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