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«Berner Zeitung» v. 19. März 2008
Kommentar von Christian Liechti
Kein Geheimrat
Der Gemeinderat von Worb denkt viel. Das ist gut so. Ab und zu denkt er aber auch zu viel, wie das jüngste Beispiel Bildungsleitbild zeigt. Und das ist definitiv weniger gut. Wenn er davon ausgeht, das Bildungsleitbild verwirre und werfe mehr Fragen auf, als es beantworte, traut er seinen Bürgerinnen und Bürgern reichlich wenig zu. Diese sind alles andere als blöd und werden nicht gerne bevormundet. Mit einer offenen und transparenten Kommunikation seitens des Gemeinderats ist es ihnen sehr wohl möglich, die komplexen Zusammenhänge in der Berner Bildungslandschaft zu erkennen und die Bedeutung des Leitbilds auch richtig einzuschätzen. Das Papier gibt lediglich die Richtung vor, in die sich die Gemeinde in den nähsten Jahren bewegen will. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Unterlassung ist umso gravierender, weil bei den Diskussionen um die Worber Schulen die Emotionen hochgehen. Weil der Gemeinderat in Sachen Kommunikation das Heft nicht in die Hand nimmt, muss er immer wieder reagieren, statt agieren zu können. Eine unbequeme Position. Denn diese Haltung lässt Raum für Spekulationen, Fehlinterpretationen und lässt unnötige Vorstösse und Diskussionen im Parlament aus.
Indem der Gemeinderat das Bildungsleitbild vorerst in der Schublade verschwinden lässt, lebt er das im Kanton Bern geltende Öffentlichkeitsprinzip nicht. Es verpflichtet die Behörden und die Verwaltung zur aktiven und offenen Information der Bevölkerung.
Der Worber Gemeinderat ist schliesslich kein Geheimrat. |
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