Berner Zeitung BZ v. 16.11.2010 / von Sandra Rutschi
Zweite Runde für den Fussballplatz
Das Gemeindeparlament hat am Montag die Volksmotion für einen neuen Sportplatz als erheblich erklärt. Abgelehnt wurde hingegen ein Vorstoss der SP, der ein Naturrasenfeld zur Debatte stellte – nach dem Stichentscheid der Parlamentspräsidentin.
Wenn es um Fussballplätze geht, gehen in Worb die Emotionen hoch: Von einem Scherbenhaufen, von Hamsterradpolitik, von verhärteten Fronten und Trotzreaktionen war am Montag im Gemeindeparlament die Rede. Der Hintergrund: Das Parlament hatte über zwei Vorstösse zu Fussballplätzen zu entscheiden, die Volksmotion der Vereine SC Worb und Femina Kickers sowie einen Vorstoss der SP-Fraktion.
Das Parlament sagte einmal Ja und einmal Nein: Die Volksmotion wurde nach langer Debatte mit 19 zu 14 Stimmen bei 4 Enthaltungen als erheblich erklärt. Die Motion der SP wurde zuerst in ein Postulat umgewandelt, schliesslich aber doch abgelehnt. Nach einem unentschiedenen Resultat von 18 Ja- und 18 Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung fällte Parlamentspräsidentin Maja Widmer (FDP) den Stichentscheid gegen das Postulat. Sie entschied damit im Sinne ihrer Partei, die sich für die Volksmotion starkmachte, den SP-Vorstoss aber ablehnte.
«Hintertür zum Kunstrasen»
Die Volksmotion verlangt, dass sofort ein Naturrasenspielfeld sowie auch die Sanierung des bestehenden Feldes im Worbboden geplant werden. Falls sich dies als unverhältnismässig teuer oder ökologisch nachteilig erweisen sollte, seien dem Parlament zwei Varianten für ein zusätzliches Naturrasenspielfeld und Kunstrasenspielfeld zu unterbreiten. Das stiess einigen Politikern sauer auf, denn die Fussballplatzdebatte hat eine lange Vorgeschichte: Schon 2006 standen drei Varianten zur Auswahl: ein zusätzliches Naturrasenspielfeld, ein zusätzliches Kunstrasenspielfeld oder der Umbau des bestehenden Rasenspielfelds in ein Kunstrasenspielfeld. Der Gemeinderat und das Ortsparlament entscheiden sich im Herbst 2009 für letztere Variante. Grüne und EDU ergriffen dagegen das Referendum, und an der Urne lehnten die Worber im Juni 2010 das Kunstrasenfeld ab. «Die Motionäre wollen durch eine Hintertüre doch noch zu ihrem Kunstrasen kommen», sagte Christoph Moser von der SP, die die Grünen und die EDU im Sommer bei ihrem Kampf gegen den Kunstrasen unterstützt hatte. Von einer «Trotzreaktion» sprach Barbara Rebsamen (Grüne). Auch der zuständige Gemeinderat Ernst Hauser (BDP) betonte, dass ein Kunstrasen nicht schon wieder Thema sein dürfe. Der Gemeinderat beantragte, die Volksmotion abzulehnen.
Hinter die Motionäre stellten sich indes FDP, SVP und mehrheitlich die EVP. «Die ungenügende Infrastruktur bei den Sportplätzen ist ein Manko», sagte FDP-Sprecher Markus Lädrach. Seine Partei betrachte die Motion als Chance, noch einmal «eine Auslegeordnung» zu machen. «Die sachliche Ebene ist klar», sagte Martin Wälti (SVP). Man wolle in Worb genügend Fussballplätze.
Neues Feld nur in Niederhaus
Abgelehnt wurde indes der Vorstoss der SP. Sie forderte, dem Parlament sei die Erstellung eines Naturrasenspielfelds zum Beschluss zu unterbreiten. Dem Gemeinderat war dieser Vorschlag wesentlich sympathischer als die zuvor genehmigte Volksmotion. Der wesentliche Passus: Die SP forderte, in Anlehnung an bestehende Strukturen ein weiteres Normfussballfeld zu erstellen. Gemeinderat Ernst Hauser (BDP) sah solche Möglichkeiten in Wyden und Rüfenacht. So könnte das stark ausgelastete Sportfeld im Worbboden entlastet werden, indem ausserhalb trainiert würde. Rücksprachen mit der Burgergemeinde Bern als Landbesitzerin im Worbboden hätten ergeben, dass dort kein Land für ein zweites Fussballfeld zur Verfügung gestellt werde. So bleibe die einzige Möglichkeit für ein solches beim Sportplatz Niederhaus, stellte Hauser klar.
Der Bund v. 16.11.2010 / von Simona Benovici
Naturrasen oder doch eher Kunstrasen? Wie in Worb die Fussballplatznot gelöst werden soll, ist weiterhin offen.
Die Nachfrage nach Fussballplätzen in Worb ist gross, das Angebot klein. Insgesamt teilen sich die 32 Fussballmannschaften des SC Worb und der Femina Kickers einen Platz im Worbboden und einen im Niederhaus bei Richigen. Zu gering ist das Platzangebot, finden SP und 476 Worberinnen und Worber. In einer Motion und einer Volksmotion forderten sie ein zusätzliches Spielfeld. Einigkeit darüber, ob es nun ein Spielfeld mit Natur- oder Kunstrasen sein soll, herrschte gestern im Parlament allerdings nicht.
Besonders die Volksmotion gab viel zu reden. Barbara Rebsamen (Grüne) sprach von einer «Trotzreaktion». Denn die Volksmotion fordert zwar die Schaffung eines zusätzlichen Naturrasenfeldes, ging allerdings noch einen entscheidenden Schritt weiter: Der Gemeinderat solle nämlich auch die nötige Sanierung des bestehenden Feldes im Worbboden an die Hand nehmen. Und falls sich bei der Planung herausstellen würde, dass der Bau und Unterhalt eines zusätzlichen Naturrasenfeldes zusammen mit der Sanierung unverhältnismässig teuer und ökologisch nachteilig sei, so solle der Gemeinderat dem Parlament gleich noch eine alternative Kunstrasenvariante unterbreiten. Brisant dabei: Im Juni lehnte der Souverän den Bau eines Kunstrasenfeldes im Worbboden bereits ab. Das 1,66 Millionen Franken teure Vorhaben wurde mit einem Neinstimmenanteil von 55 Prozent recht deutlich verworfen. Dies, nachdem Grüne und EDU im letzten Dezember gegen die «Luxus lösung» das Referendum ergriffen hatten. Abklärungen hatten allerdings gezeigt, dass ein Kunstrasenfeld die wirtschaftlich beste Lösung wäre.
Hintertürchen zum Kunstrasen?
Lukas Zimmermann (EVP) bezeichnete die erneute Forderung nach einem Kunstrasen als verfrüht. Auch Christoph Moser von der SP sagte, es mache den Anschein, als wollten die Volksmotionäre durch die Hintertür doch noch zum Kunstrasen kommen. Die FDP votierte klar für die Volksmotion. Mit deren Annahme sei noch nichts gebaut, sagte Sprecher Markus Läderach. Schliesslich wurde die Volksmotion mit 19 Ja zu 14 Nein bei 4 Enthaltungen doch als erheblich erklärt. FDP, SVP und Teile der EVP stimmten für die Volksmotion, die Mehrheit der SP, Grüne und EDU dagegen. Damit nimmt der Gemeinderat nochmals Naturfeldvariante und Kunstrasen unter die Lupe.
Noch knapper fiel das Abstimmungsergebnis bei der SP-Motion aus. SP und Grüne sprachen sich dafür aus, den Gemeinderat mit der Projektierung eines Naturrasenspielfeldes zu beauftragen. Die EVP stimmte nicht geschlossen. SVP, FDP und EDU hielten dagegen. Das Resultat: 18 Ja-Stimmen zu 18 Neinstimmen bei einer Enthaltung. Ratspräsidentin Maja Widmer-Trimaglio (FDP) schickte die Motion schliesslich per Stichentscheid bachab.
Die Grossprojekte in der Gemeinde Worb sind aufgegleist.Hanspeter Stoll möchte sie nun als Gemeindepräsident umsetzen – und dabei auch eigene Visionen verwirklichen.
Feierabend. Auf dem Worber Bahnhofsplatz herrscht reger Verkehr: Das Postauto spuckt Menschen aus, die zum blauen Bähnli eilen, um weiterzureisen. Und aus dem blauen RBS-Zug steigen Pendlerinnen und Pendler, die nach Worb heimkehren.Unter ihnen ist Hanspeter Stoll. Hier, auf demWorber Bahnhofsplatz will er sich mit dem «Bund» zum Ortstermin treffen. «Das blaue Bähnli, aber auch der Platz vor dem RBS-Bahnhof, haben einen grossen Symbolcharakter für mich», sagt der freisinnige Kandidat fürs Gemeindepräsidium. Die Bahn verbinde Stadt und Land, und der Bahnhofsplatz, wo sich die Haltestelle der Postautos befindet, das Zentrum der Gemeinde mit den Aussenorten. Doch genug über Symbole geredet: Lieber möchte sich Stoll über seine Ziele und Visionen für die Gemeinde unterhalten. Es auf den Punkt bringen: Das liegt ihm. Noch heute höre er von Kollegen, dass die Parlamentssitzungen, die er 2006 als höchster Worber leitete, zu den kürzesten und effizientesten in den vergangenen Jahren zählen.
Grossprojekte umsetzen
Stoll politisiert seit 2001 für die Freisinnigen im Worber Gemeindeparlament. In die Politik kam er, als er sich als Schulkommissionspräsident in Rüfenacht dagegen wehrte, dass die neunte Schulklasse fortan in Worb unterrichtet werden sollte. Der 49-Jährige, der seit 1965 - mit einigen Unterbrüchen – in Rüfenacht und Worb lebt, möchte sich als «Brückenbauer» zwischen dem Zentrum der Gemeinde und den Aussenorten engagieren. «Ich möchte ein Gemeindepräsident für alle Worberinnen und Worber sein», sagt er. Ihm komme dabei zugute, dass er den Menschen zuhören könne, Probleme rasch erkenne und dann auch handle.
Die Gemeinde Worb sei heute weit entwickelt. Grossprojekte wie die Umfahrungsstrasse, die Sanierung des Sportzentrums Hofmatt, die Neuüberbauung auf dem Hofmattparklatz sowie die Ortsplanungsrevision seien gut aufgegleist. «Die Projekte müssen jetzt umgesetzt und zu Ende geführt werden – und hier muss der künftige Gemeindepräsident die Führungsver-
antwortung übernehmen», sagt Stoll. Ihm schwebt vor,Worb zu einem starken Regionalzentrum zu machen. Rund 60 Prozent der Bevölkerung pendelt von Worb weg. Es sei zentral, dass die Gemeinde nicht zu einer Schlafgemeinde werde. «Ein starkes einheimisches Gewerbe ist wichtig für Worb, und es wäre zu begrüssen, wenn sich ein paar attraktive Geschäfte im Zentrum niederlassen würden», sagt er.
Steuern schon früher senken
Ein «guter» Steuersatz sei ein weiterer Faktor, um Worb als «attraktives» Regionalzentrum zu positionieren. Dem FDP-Politiker schwebt vor, den Worber Steuersatz von 1,6 Einheiten nicht erst wie vom aktuellen Gemeinderat geplant 2012, sondern schon früher auf Stadtberner Niveau, auf 1,54 Einheitenalso, zu bringen.Die Ortsplanung sei das Instrument für die künftige Gestaltung der Gemeinde, sagt Stoll. Der Umgangmit dem «raren Boden» habe hier oberste Priorität. Mit den Aussenorten, wo auch Einzonungsfragen anstehen und sich deren Weiterentwicklung speziell aufdränge, will er das direkte Gespräch suchen.
Vom Landwirt zum Chemiker
Von Rüfenacht, wo Stoll heute wieder zusammen mit seiner Frau Christine und den beiden Kindernwohnt, zog es ihn nach Worb weg, als er seine Erstausbildung als Landwirt absolvierte. Später holte er die Matur nach und studierte an der Universität Bern Chemie und schloss 1991 mit einer Dissertation ab. Danach war er während sechs Jahren bei einer Ingenieurfirma als Leiter im Bereich Umwelt, Risiko und Sicherheit tätig. Seit zehn Jahren arbeitet Stoll beiden SBB als Bereichsleiter Risikomanagement Sicherheit.
Bisher war die Politik nebst Nordic Walking und ausgedehnten Spaziergängen mit Hund Nino Stolls Ausgleich zum Beruf. Nun hofft er, dass er ab1. Januar 2009 die «Ära nach Peter Bernasconi» als neuer Gemeindepräsident mitgestalten wird. Dass die bürgerlichen Stimmen auf zwei Kandidaten verteilt werden, sei sicher nicht ideal. Stoll hofft aber, es am 30. November in einen zweiten Wahlgang zu schaffen. «Und dann ist wieder alles offen.» Stoll klemmt sich seine Mappe unter den Arm, steigt wieder ins blaue Bähnli – und fährt nach Hause nach Rüfenacht. Das Feierabendgedränge im Worber Bahnhof hat sich gelegt.
Jakob Kirchmeier Präsident Der ehemalige Worber FDP-Gemeinderat und Finanzchef Jakob Kirchmeier ist neuer Präsident der Spitex oberes Worblental. Irene Amacher aus Utzigen ist neue Vizepräsidentin.
An der Spitex-Mitgliederversammlung in Vechigen wurde der in Rüfenacht wohnhafte Jakob Kirchmeier zum Nachfolger des Worbers Hans Ochsenbein gewählt.
Jakob Kirchmeier sieht drei Hauptherausforderungen für die Spitex: "Wir müssen laufend steigende Anforderungen erfüllen. Der Personalengpass macht uns Bauchweh - es ist schwierig, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Weil die Spitäler die Leute immer früher entlassen, steigt die Nachfrage nach Spitex-Dienstleistungen sehr stark."
Der Worber FDP-Parlamentarier Olivier Dinichert tritt am 30. November nicht mehr zur Wiederwahl an. Er verlegt seinen Wohnsitz definitiv nach Bern und wird imn November auf der FDP-Liste für das Stadtberner Parlament kandidieren.
Olivier Dinichert ist im achten Jahr Mitglied des Grossen Gemeinderates Worb. Er präsidiert die parlamentarische Aufsichtskommission.
Olivier Dinichert wuchs in Rüfenacht auf. Seit einiger Zeit hat der studierte Historiker und frischgebackene Vater eine Wohnung in der Bener Altstadt und arbeitet in Aarau.
Olivier Dinichert sagte dem Worber Parlament, er wolle nicht länger seinen Status als Wochenaufenthalter beanspruchen. Er kündigte an, er werde im November auf der FDP-Liste für den Berner Stadtrat kandidieren. Inzwischen wurde er von der Stadtberner FDP bereits nominiert.
«Berner Zeitung» v. 30. April 2008, KLE FDP nominiert Stoll
Für die Nachfolge von Gemeindepräsident Peter Benasconi (SP) hat die FDP Worb gestern Abend Hanspeter Stoll nominiert.
In Worb steht ein heisser Wahlkampf an. Denn nun gibt es einen vierten Kandidaten, der um das vollamtliche Gemeindepräsidium buhlt: Gestern Abend nominierten die Freisinnigen Hanspeter Stoll. Der in der Gemeinde Worb aufgewachsene Stoll ist seit 2001 Mitglied des Gemeindeparlaments. Er machte eine Lehre als Landwirt, hängte ein Unistudium an und doktorierte als Chemiker. Später bildete er sich im Risiko- und Sicherheitsbereich weiter.
Seit acht Jahren arbeiet Stoll als Bereichsleiter Risikomanagement Sicherheit bei der SBB. Wegen seines beruflichen Hintergrundes bezeichnet ihn die FDP als «Brückenbauer zwischen Stadt und Land». Hanspeter Stoll wohnt in Rüfenacht und feiert heute Mittwoch seinen 49. Feburtstag. Er ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.
Neben dem freisinnigen Hanspter Stoll stehen Jonathan Gimmel (SP), Martin Wälti (SVP) und Niklaus Gfeller (EVP) als Kandidaten fürs Worber Gemeindepräsidium fest. Die Wahl findet am 30. November statt. Dann wählen die Worberinnen und Worber auch das Parlament und den Gemeinderat. Peter Bernasconi hatte das Amt als Gemeindepräsident am 1. Januar 1989 angetreten. Als Rücktrittsgründe hat er die Familie, die Partei und die Gesundheit angegeben.
«Der Bund» v. 30. April 2008, lsb
FDP nominiert Stoll
Nun sind alle vier Kandidaten fürs Worber Gemeindepräsidium bekannt
Die FDP Worb wünscht sich einen «Politiker mit breitem Horizont und ausgeprägten Führungsqualitäten» als Gemeindepräsidenten. Einen solchen scheint die Partei nun gefunden zu haben: An der Hauptversammlung von gestern Abend wurde Hanspeter Stoll einstimmig als Kandidat fürs Gemeindepräsidium nominiert. Er wird am 30. November um die Nachfolge für den zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) buhlen. Stoll, der heute seinen 49. Geburtstag feiert, ist seit 2001 Mitglied der FDP-Fraktion im Gemeindeparlament, welches er 2006 präsidierte.
Hanspeter Stoll ist ein richtiger Worber: Er ist in der Gemeinde aufgewachsen und ging in Vielbringen, Rüfenacht und Wort zur Schule. Nachdem er eine Berufslehre als Landwirt abgeschlossen hatte, studierte er in Bern Chemie. Später absolvierte er an der ETH Zürich ein Nachdiplomstudium in Risiko- und Sicherheitsfragen. Seit zehn Jahren arbeitet er bei den SBB, die letzten alcht als Bereichsleiter Risikomanagement Sicherheit.
Am Puls des Geschehens
Ihr Kandidat kenne die Gemeinde ausgezeichnet, schreibt die FDP in einer Mitteilung. Er bringe alle Voraussetzungen mit, um die Gemeinde «erfolgreich zu leiten» und die vielen ausstehenden Projekte umzusetzen. Stoll selbst beschreibt sich als «sehr kommunikativen Menschen, der auch gut zuhören kann». Er möchte ein Gemeindepräsident sein, der am «Puls des Geschehens» ist und der für die Bevölkerung «spürbar» sei. Als Gemeindepräsident würder er sich dafür einsetzen, dass die Gemeinde als Standort für Wirtschaft und Gewerbe «attraktiver» wird.Zudem sei es ihm ein Anliegen, als «Brückenbauer zwischen Stadt und Land» wahrgenommen zu werden.
Mit der Nomination von Hanspeter Stoll ist die Liste der Kandidaten für das Worber Gemeindepräsidium komplett. Bisher wurden Jonathan Gimmel (sp), Niklaus Gfeller (evp) sowie Martin Wälti (svp) nominiert.
Strategiewechsel bei den Worber Bürgerlichen: Bisher hatten FDP und SVP stets verkündet, dass sie zusammen mit einer Person ins Rennen ums Worber Gemeindepräsidium steigen. Diese Woche nun haben sie entschieden, dass sie am 30. November mit je einer Kandidatur um die Nachfolge für den Ende Jahr zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) buhlen wollen. Dieser Strategiewechsel sei nicht etwa die Folge davon, dass sich beide Parteien nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten, beteuern sowohl FDP als auch SVP. «Aufgrund der heutigen Ausgangslage – mit bereits zwei nominierten Kandidaten von EVP und SP – kamen die Vertreter der beiden bürgerlichen Parteien gemeinsam zur Überzeugung, das Ziel einer Einheitskandidatur nicht weiterzuverfolgen», schreiben die Freisinnigen in ihrer Medienmitteilung. Ähnlich tönt es bei der SVP: «Wir haben uns nicht etwa verkracht, sondern sind zusammen zu diesem Entschluss gekommen», sagt SVP-Wahlleiter Albert Gambon. Bisher hatten Jonathan Gimmel (sp) und Niklaus Gfeller (evp) ihre Kandidaturen angekündigt. Mit zusätzlich einem SVP- und einem FDP-Vertreter hätten die Worberinnen und Worber nun eine echte Auswahl, sagte Gambon weiter.
FDP ohne Namen, SVP mit Wälti
Wen die FDP aufstellen wird, will die Partei noch nicht verraten. Dies soll laut Parteipräsidentin Maja Widmer erst an der Hauptversammlung der Partei vom 29. April entschieden werden. Widmer stellt eine «ausgewiesene Persönlichkeit» in Aussicht.
Nägel mit Köpfen macht hingegen schon die lokale SVP –und zwar mit ihrem Parteipräsidenten Martin Wälti. Gemeinderat Ernst Hauser, der bis jetzt als SVP-Kandidat fürs Gemeindepräsidium gehandelt wurde, steht laut der «Worber Post» nicht zur Verfügung.
Der 47-jährige Wälti ist seit acht Jahren Mitglied des Gemeindeparlaments. Beruflich ist der Besamungstechniker seit neun Jahren Regionalleiter bei Swissgenetics und steht einem Team von 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Mit seiner Führungserfahrung sei Wälti bestens für das Amt des Gemeindepräsidenten geeignet, schreibt die Partei in ihrer Medienmitteilung. Sie streicht ausserdem hervor, dass ihr Kandidat in Worb stark verwurzelt sei, die Sorgen der städtischen und ländlichen Bevölkerung kenne. Wälti ist Mitglied der Feuerwehr und der Worber Sportschützen. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
Zweiter Wahlgang wahrscheinlich
Haben die Bürgerlichen nicht Angst, dass ihnen potenzielle Wählerstimmen verloren gehen, weil sich diese auf zwei Kandidaten verteilen? «Nein», sagt FDP-Präsidentin Maja Widmer. «Wir können mit dieser Strategie die bürgerlichen Kräfte auf zwei Personen binden.» Ausserdem sei unwahrscheinlich, dass einer der vier Kandidaten beim ersten Wahlgang das absolute Mehr erreiche. Somit wird es in Worb zu einem zweiten Wahlgang kommen –und hier werde, so Widmer, ein Kandidat aus dem «linken Lager» (Gimmel oder Gfeller) einem Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager gegenüberstehen.
«Berner Zeitung» v. 3. April 2008, Christian Liechti
Zwei bürgerliche Kandidaten
Strategiewechsel der bürgerlichen Ortsparteien. FDP und SVP steigen unerwartet mit je einem eigenen Kandidaten in den Wahlkampf ums Gemeindepräsidium. Kandidat der SVP soll Parteipräsident Martin Wlti werden.
Der Worber Wahlkampf um die Nachfolge von Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) wird spannend. Neuster Name auf demn Kandidatenkarussell: Martin Wälti, SVP Parteipräsident. Der SVP-Wahlausschuss hat diese Woche Martin Wälti zuhanden der Parteiversammlung vom 21. April zur Wahl vorgeschlagen. Dies nachdem sich FDP und SVP darauf geeinigt hatten, mit je einem eigenen Kandidaten in den Wahlkampf zu steigen.
Bürgerliche nicht vekracht Damit nehmen die Bürgerlichen einen unerwarteten Strategiewechsel vor. Bisher wurde in Worb davon ausgegangen, dass sich FDPè undSVP auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen werden. Haben sich die Parteien verkracht? «Davon kann keine Rede sein», erklärt SVP-Wahlleiter Albert Gambon, «denn dank zwei Kandidaten können wir ein breites Wählerspektrum ansprechen». Mit diesem Schachzug wollen SVP und FDP auch verhindern, dass Stimmen aus dem bürgerlichen Lager zu EVP-Kandidat Niklaus Gfeller abwandern. «Er ist für viele von links bis rechts wählbär», so Gambon weiter.
Wachechter Worber SVP-Kandidat Martin Wälti ist ein waschechter Worber. 1961 geboren, wuchs er auf dem Landwirtschaftsbetrieb in der Hofmatt auf. Der Besamungstechniker ist seit neun Jahren Regionalleiter bei Swissgenetics und steht einem Team von 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Wälti sitzt seit acht Jahren im Gemeindeparlament und ist seit fünf Jahren Parteipräsident. Der 47-Jährigeist in den Dorfvereinen verwurzelt; unter anderem präsidierte er die Schützengesellschaft Worb Artillerie und ist Vizepräsident im OK des Mittelländischen Schwingfests, das Anfang Juli in Worb stattfindet.
Hauser zog sich zurück Lange Zeit wurde Gemeinderat Ernst Hauser als SVP-Spitzenkandidat gehandelt. Er zeigte zwar Interesse am Amt des Gemeindepräsidenten, zog jedoch gemäss dem offiziellen Publikationsorgan der Gemeinde seine Kandidatur zurück. «Wir haben keinen Druck auf Hauser ausgeübt und waren überrascht von seinem Rückzug» sagt Wahlleiter Gambon.Während SVP und FDP je einen Kandidaten fürs Gemeindepräsidium ins Rennen schicken. werden sie gemäss Gambon für die Gemeindedrats- und Parlamentswahlen mit «grösster Wahrscheinlichkeit» eine Listenverbindung eingehen. Die Parteiversammlungen müssen die Vorschläge der Wahlausschüsse noch absegnen.
SVP nennt keinen Namen Während die SVP nun die Katze aus dem Sack gelassen hat, bleibt noch unklar, wen der FDP-Wahlausschuss fürs Gemeindepräsidium vorschlagen wird. Parteipräsidentin Maja Widmer will zu erst die Parteileitung und ihre Mitglieder informieren, bevor sie den Namen bekannt gibt. «Wir haben unseren Zeitplan und lassen uns nicht unter Druck setzen», erklärt sie. Auch Widmer betont, dass die Alleingänge nicht auf unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten zurückzuführen seien. Das Verhältnis zur SVP sei nach wie vor gut. «Mit der neuen Strategie werden wir jedoch das bürgerliche Lager im Parlament und dem Gemeinderat stärken.»
Wohl ein zweiter Wahlgang Mit mindesten vier Kandidaten zeichnet sich im Kampf ums Gemeindepräsdium ein zweiter Wahlgang ab. Die SP-Parteiversammlung hat bereits ihren Co-Präsidenten Jonathan Gimmel nominiert. Gimmel war von 1994 bis 2004 Mitglied im Ortsparlament und gehört seit 2005 dem Gemeinderat an. Neben Wälti und gimmnel bewirbt sich auch Niklaus Gfeller von der EVP für das höchste Amt der Gemeinde. Gfeller ist Gemeinderatsvizepräsident und kann als einziger der drei als Grossrat Erfahrungen auf kantonaler Ebene vorweisen.
Grüne wohl nicht dabei Noch unklar ist, ob die Grünen ebenfalls eine Kandidatin oder Kandidaten in den Wahlkampf ums Gemeindepräsidium schicken. Gemäss Fraktionspräsident Urs Gerber sei es «wahrscheinlicher», einen Kandidaten einer anderen Partei zu unterstützen. Es sei aber damit zu rechnen, dass die Grünen an den Parlaments -und Gemeinderatswahlen teilnehmen.
Worber Parlament ärgert sich über Bildungspolitik Mehrere Vorstösse zur Bildungspolitik behandelte der Grosse Gemeinderat von Worb am Montag. Die FDP wirft der Regierung vor, der Bildungsvorsteherin einen Maulkorb verpasst zu haben.
In Sachen Schule und Kindergarten tut sich etwas in Worb, und auch der Grosse Gemeinderat ist in dieser Hinsicht nicht untätig: In der Sitzung vom vergangenen Montag wollten die SP und die SVP in zwei Vorstössen wissen, wie weit die Gemeinde mit dem Erarbeiten ihres Bildungsleitbilds samt Bildungsstrategie sei und ob der Gemeinderat in Zukunft Bildungsfragen transparent kommunizieren werde. Zusätzlich verteilte die FDP eine Medienmitteilung, in der sie der SP und dem Gemeinderat «ein scheinheiliges Doppelspiel» vorwirft. Einerseits verpasse man der Schulvorsteherin Franziska Fritschy (fdp) einen Maulkorb und halte das kürzlich erstellte Bildungsleitbild unter Verschluss. Andererseits werfe man ihr mangelhafte Kommunikation vor.
«In letzter Zeit war die Haltung des Gemeinderates beim Thema Bildung des Öfteren unklar», gab Fritschy zu. Ein Grund dafür sei die teilweise Fremdbestimmung durch den Kanton seit dem Schiffbruch an der Urne mit der Vorlage zur Schliessung der Aussenschulen im Juni 2007. Ferner habe der Gemeinderat im Dezember beim Kanton praktisch ohne Aussicht auf Erfolg um einen Aufschub der Schulschliessung in Wattenwil-Bangerten gebeten. «Dabei wehrten sich die Betroffenen nicht mehr gegen die Schliessung», so Fritschy. Des Weiteren zeige die neue Schülerstatistik, dass die anderen drei Worber Aussenschulen in nächster Zeit genügend Kinder abbekommen würden. Dieses Hin und Her habe die Kommunikation erschwert.
Schliesslich legte die Gemeinderätin kurz das unter Verschluss gehaltene Bildungsleitbild auf. «Es existiert seit Januar. Der Gemeinderat hat aber beschlossen, es erst zusammen mit der Bildungsstrategie der Öffentlichkeit vorzustellen», sagte Fritschy. Eine Spezialkommission unter ihrer Leitung werde diese bis Juni fertigstellen. «Es ist geschickter, beides zusammen zu präsentieren, da das Leitbild sehr allgemein ist und seine Umsetzung erst in der Strategie konkretisiert wird», fügte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) hinzu. Das Parlament aber war mit diesen Ausführungen nicht zufrieden und eröffnete die Diskussion. «Wir haben ein Recht auf das Bildungsleitbild. Maulkörbe sollten verschwinden», sagte beispielsweise Albert Gambon von der SVP.
Die SP wollte in ihrem Vorstoss zudem wissen, welche Schulklassen in nächster Zeit geschlossen würden. «Auf August sind es insgesamt fünf Klassen in Worb und Rüfenacht», sagte Fritschy. Die Entscheidung des Kantons über die zusätzliche Schliessung der Aussenschule Wattenwil-Bangerten stehe noch aus. Ausserdem schliesst die Gemeinde den Teilzeit-Kindergarten Enggistein und eröffnet einen Vollzeit-Kindergarten in Worb. «In den nächsten Jahren stabilisieren sich die Zahlen der Primarschüler in Worb aber endlich», sagte Fritschy.
Der Gemeinderat von Worb denkt viel. Das ist gut so. Ab und zu denkt er aber auch zu viel, wie das jüngste Beispiel Bildungsleitbild zeigt. Und das ist definitiv weniger gut. Wenn er davon ausgeht, das Bildungsleitbild verwirre und werfe mehr Fragen auf, als es beantworte, traut er seinen Bürgerinnen und Bürgern reichlich wenig zu. Diese sind alles andere als blöd und werden nicht gerne bevormundet. Mit einer offenen und transparenten Kommunikation seitens des Gemeinderats ist es ihnen sehr wohl möglich, die komplexen Zusammenhänge in der Berner Bildungslandschaft zu erkennen und die Bedeutung des Leitbilds auch richtig einzuschätzen. Das Papier gibt lediglich die Richtung vor, in die sich die Gemeinde in den nähsten Jahren bewegen will. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Unterlassung ist umso gravierender, weil bei den Diskussionen um die Worber Schulen die Emotionen hochgehen. Weil der Gemeinderat in Sachen Kommunikation das Heft nicht in die Hand nimmt, muss er immer wieder reagieren, statt agieren zu können. Eine unbequeme Position. Denn diese Haltung lässt Raum für Spekulationen, Fehlinterpretationen und lässt unnötige Vorstösse und Diskussionen im Parlament aus.
Indem der Gemeinderat das Bildungsleitbild vorerst in der Schublade verschwinden lässt, lebt er das im Kanton Bern geltende Öffentlichkeitsprinzip nicht. Es verpflichtet die Behörden und die Verwaltung zur aktiven und offenen Information der Bevölkerung.
Der Worber Gemeinderat ist schliesslich kein Geheimrat.
«Berner Zeitung» v. 19. März 2008, Christian Liechti
Rückendeckung für Fritschy
Wohin solls mit den Worber Schulen gehen? Um diese Frage zu beantworten, hat eine Spezialkommission ein Bildungsleitbild erarbeitet. Doch der Gemeinderat hält - zum Ärger des Parlaments - das Papier unter Verschluss.
«Der Gemeinderat verfolgt eine undurchsichtige Kommunikation. Der Ressortvorsteherin Bildung, Franziska Fritschy, ist ein Maulkorb auferlegt worden», kritisierte FDP-Fraktionspräsident Ulrich Emch am Montagabend an der Worber Parlamentssitzung. Stein des Anstosses: Am 14. Januar hat der Gemeinderat das durch die Spezialkommission erarbeitete Bildungsleitbild verabschiedet und es vorerst in der Schublade verschwinden lassen.
Den Antrag der Spezialkommission, die Bevölkerung über den Inhalt des Papiers und den Stand der Arbeiten zu informieren, lehnte der Gemeinderat ab. Auch der durch die Kommission eingereichte Wiedererwägungsantrag blieb chancenlos.
«Hätte gerne informiert» «Der SP-dominierte Gemeinderat lässt Franziska Fritschy einfach im Regen stehen», erklärt FDP-Parteipräsidentin Maja Widmer auf Anfrage. Die SP sei darauf bedacht, in der Öffentlichkeit das Bild zu erwecken, Fritschy mache zu wenig für die Schulen.
Selbst die SP kritisiert in einer Interpellation die Kommunikation des Gemeinderats: «Einseitige, unvollständige Medieninformationen bringen kein Licht ins Dunkel. Aufklärung tut not», schreibt die Linke, und «auf Grund der umfassenden und komplexen Angelegenheit sind Aufklärung und transparente Informationengefragt».
«Ich bedaure, dass ich das Bildungsleitbild nicht den Schulen und der Bevölkerung präsentieren durfte» erklärt Fritschy. Denn dieses definiere in 14 harmlosen Punkten die grundsätzlichen Ziele der Gemeinde. Doch als Teil der Kollegialbehörde habe sie sich den Entscheiden des Gemeinderats zu beugen.
Zu wenig konkret «Von einem Maulkorb kann keine Rede sein», wehrt sich Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) gegen die Kritik von FDP und SVP. Der Gemeinderat sei der Meinung, dass das Bildungsleitbild zu wenig konkret sei, um allein publiziert zu werden. Der Gemeinderat will das Leitbild zusammen mit der Bildungsstrategie, die konkrete Massnahmen vorsieht, der Öffentlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren. Bernasconi: «Diese substanzielle Einschätzung ist Sache des Gemeinderats.»
Gräben zugeschüttet Auch den Vorwurf, der Gemeinderat lasse Fritschy im Regen stehen, lässt Bernasconi nicht unbeantwortet: «Mit einer Mediation in Form eines runden Tisches haben wir der Ressortvorsteherin geholfen, nach der verlorenen Abstimmung vom Juni die Gräben zuzuschütten.»
Die Ressortchefin Bildung beantwortete am Montagabend die Interpellation der SP und brachte Licht ins Dunkel um die Worber Schulen. Im ganzen Gemeindegebiet müssen im Sommer vermutlich sechs Klassen geschlossen werden. Dabei ist auch die Schliessung der Klasse in Wattenwil-Bangerten eingerechnet. Der Entscheid des Regierungsrats steht jedoch noch aus. Von der Schliessung ist ferner die Primarstufe Worb (2 Klassen), die Primarstufe in Rüfenacht (2 Klassen) sowie die Sekundarstufe im Worbboden (1 Klasse) betroffen. In den Schulkreisen Worb und Rüfenacht sollen keine Kündigungen und Teilkündigungen erfolgen. Der Abbau von Lektionen kann durch normale Abgänge und durch das Auslaufen von befristeten Anstellungsverhältnissen aufgefangen werden. Im Sekundarstufenkreis Worb schliesst Fritschy Teilkündigungen nicht aus.
Die Aussenschulen beschäftigen Worb seit Anfang 2006. Wegen sinkender Schülerzahlen erarbeitete der Gemeinderat eine Abstimmungsvorlage, die vorsah, auf August 2008 sämtliche Aussenschulen zu schliessen. Dieses Begehren wurde am vergangenen 17. Juni nach emotional geführtem Abstimmungskampf jedoch deutlich abgelehnt. cho
Maulkorb für Fritschy? Berner Zeitung v. 18.03.2008, Christian Liechti Starker Tobak: Die FDP-Fraktion warf gestern Abend im Parlament dem Gemeinderat vor, dass er der Ressortvorsteherin Bildung, Franziska Fritschy (FDP), einen Maulkorb aufelegt habe. Stein des Anstosses ist das Bildungsleitbild, das die grundsätzliche Haltung der Gemeinde im Bereich Bildung aufzeigt. Der Gemeinderat habe zwar das Leitbild bereits im Januar verabschiedet, halte dieses jedoch aus unterklärlichen Gründen noch immer unter Veschluss. «Damit verpasst der Gemeinderat einmal mehr die Chance, im Bereich Bildung offen und klar zu kommunizieren», schreibt die FDP in ihrem an der Sitzung verteilten Communiqué.
Worb - Nur einer liess die Katze aus dem Sack (Bund v. 04.03.2008, Catherine Arber)
Kandidatennamen wollten sie noch keine nennen. Wortreich äusserten sich die Worber Parteichefs am «Braui-Plouder» hingegen darüber, was der künftige Gemeindepräsident ab 2009 besser machen sollte.
Note 4,8: So lautete die durchschnittliche Bewertung, mit der die fünf Parteipräsidenten die Leistung des Ende Dezember nach 20 Jahren abtretenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) würdigten. Vieles habe er gut gemacht, lautete der Tenor am «Braui-Plouder» von gestern Abend im Worber Kleintheater. So habe der abtretende vollamtliche Gemeindepräsident etwa die Finanzen wieder auf Kurs gebracht oder die Verwaltung entschlackt. Doch es gab auch Kritik: Der Sozialdemokrat habe zu wenig fürs Gewerbe getan, und nach der Abstimmung über die Schulschliessungen sei ein Graben zwischen den Aussenorten und dem Zentrum entstanden. Einiges könnte sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin also besser machen – doch bei der entscheidenden Frage, wer dies denn ab Januar 2009 tun könnte, waren die Parteichefs auf einmal nicht mehr so redselig.
Bürgerliche mit Einerkandidatur
Kandidatennamen wollten sie noch keine nennen. «Wir streben eine bürgerliche Kandidatur an», sagten Martin Wälti (svp) und Maja Widmer (fdp) lediglich. Ziel sei die «bürgerliche Wende». Auf Nachhaken des Moderators Martin Christen musste Wälti zugeben, dass die Partei auch ausserhalb des Politkuchens nach Kandidaten suche. «Ein Quereinsteiger, den niemand kennt, wird es schwer haben», meinte Wälti. Im Gespräch seien auch valable Kandidatinnen, sagte Widmer –und zerstreute Gerüchte, wonach nur Männer im Rennen ums Präsidium seien. Beispielsweise der Freisinnige Hanspeter Stoll (fdp) oder der SVP-Gemeinderat Jürg Hauser, die gestern im Publikum des Kleintheaters sassen.
SP hat es am eiligsten
Während die Bürgerlichen erst Ende April nominieren wollen, steht mit Jonathan Gimmel seit gestern Abend der Kandidat der Sozialdemokraten bereits fest (siehe Kasten). Die Parteiversammlung fand erst nach dem «Braui-Plouder» statt. Dort sass Gimmel noch als Partei-Ko-Chef auf der Bühne, liess sich von Christen aber immerhin ein «Ja, ich stehe zur Verfügung» entlocken. Ein künftiger Gemeindepräsident müsse integrativ sein, die Gräben in der Gemeinde zuschütten sowie seine Arbeit mit viel Herzblut und Ernsthaftigkeit angehen, sagte Gimmel. «Er soll nicht nur reden, sondern auch etwas für die Aussenorte machen», beschrieb Wälti das Anforderungsprofil an einen künftigen Gemeindepräsidenten. Auch solle er nicht einfach im Glashaus sitzen, sondern für alle da sein und sich öfters an Vereinsanlässen sehen lassen. Mehr Wertschätzung fürs Gewerbe, eine lebendigere Gemeinde und einen Steuerfuss auf dem Niveau der Stadt Bern: Dies erwartet Widmer von Bernasconis Nachfolgerin oder Nachfolger. «Mehr grüne Politik», wünschte sich Roland von Arx (Grüne). «Ich vermisse wiederkehrende Veranstaltungen, welche die Worber Bevölkerung verbinden würden», sagte Harry Suter (evp). Die EVP, die am 30. November das Zünglein an der Waage spielen könnte, wolle beobachten, welche Strategien die grossen Parteien wählen. «Erst dann werden wir Position beziehen», sagte Suter.
Aussagen der FDP zum Rücktritt von Gemeindepräsident Peter Bernasconi
Der Bund vom 13.2.2008 (Christian Liechti)
Vom Rücktritt Bernasconi nicht überrascht zeigt sich FDP-Präsidentin Maja Widmer. «Alle haben sich längst gefragt, wann für ihn der richtige Zeitpunkt kommen würde.» Bernasconi habe souverän gearbeitet, ihm seinen keine gravierende Fehler unterlaufen, und er habe in Worb viel bewegt. Die FDP habe jedoch immer wieder die Gewerbefreundlichkeit vermisst. «20 Jahre sind genug», so Widmer, «es ist Zeit, dass eine neue Ära mit neuen Köpfen anbricht.»
Die Nachfolge: FDP-Präsidentin Maja Widmer hält sich noch bedeckt. «Wir müssen erst abklären, ob sich SVP und FDP auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können», so Widmer.
Berner Zeitung BZ vom 13. Februar 2008 (ige/car)
Klar ist, dass die Bürgerlichen «die Wende und auch das Präsidium wollen». Hierin liegt nun die grosse Herausforderung für die beiden Parteien FDP und SVP. Bei den Freisinnigen steht die einzige Gemeinderätin, Franziska Fritschy, gemäss eigenen Angaben nicht zur Verfügung. Eine Kandidatur von Parlamentarier Hanspeter Stoll sei eine von mehreren Optionen, sagt FDP-Präsidentin Maja Widmer.
«Ein bischen gewerbefreundlicher hätte Bernasconi sein können», findet auch FDP-Präsidentin Maja Widmer. Ansonsten habe er aber «einen sehr guten Job gemacht».
Strategiewechsel bei den Worber Bürgerlichen: Bisher hatten FDP und SVP stets verkündet, dass sie zusammen mit einer Person ins Rennen ums Worber Gemeindepräsidium steigen. Diese Woche nun haben sie entschieden, dass sie am 30. November mit je einer Kandidatur um die Nachfolge für den Ende Jahr zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) buhlen wollen. Dieser Strategiewechsel sei nicht etwa die Folge davon, dass sich beide Parteien nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten, beteuern sowohl FDP als auch SVP. «Aufgrund der heutigen Ausgangslage – mit bereits zwei nominierten Kandidaten von EVP und SP – kamen die Vertreter der beiden bürgerlichen Parteien gemeinsam zur Überzeugung, das Ziel einer Einheitskandidatur nicht weiterzuverfolgen», schreiben die Freisinnigen in ihrer Medienmitteilung. Ähnlich tönt es bei der SVP: «Wir haben uns nicht etwa verkracht, sondern sind zusammen zu diesem Entschluss gekommen», sagt SVP-Wahlleiter Albert Gambon. Bisher hatten Jonathan Gimmel (sp) und Niklaus Gfeller (evp) ihre Kandidaturen angekündigt. Mit zusätzlich einem SVP- und einem FDP-Vertreter hätten die Worberinnen und Worber nun eine echte Auswahl, sagte Gambon weiter.
FDP ohne Namen, SVP mit Wälti
Wen die FDP aufstellen wird, will die Partei noch nicht verraten. Dies soll laut Parteipräsidentin Maja Widmer erst an der Hauptversammlung der Partei vom 29. April entschieden werden. Widmer stellt eine «ausgewiesene Persönlichkeit» in Aussicht.
Nägel mit Köpfen macht hingegen schon die lokale SVP –und zwar mit ihrem Parteipräsidenten Martin Wälti. Gemeinderat Ernst Hauser, der bis jetzt als SVP-Kandidat fürs Gemeindepräsidium gehandelt wurde, steht laut der «Worber Post» nicht zur Verfügung.
Der 47-jährige Wälti ist seit acht Jahren Mitglied des Gemeindeparlaments. Beruflich ist der Besamungstechniker seit neun Jahren Regionalleiter bei Swissgenetics und steht einem Team von 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Mit seiner Führungserfahrung sei Wälti bestens für das Amt des Gemeindepräsidenten geeignet, schreibt die Partei in ihrer Medienmitteilung. Sie streicht ausserdem hervor, dass ihr Kandidat in Worb stark verwurzelt sei, die Sorgen der städtischen und ländlichen Bevölkerung kenne. Wälti ist Mitglied der Feuerwehr und der Worber Sportschützen. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
Zweiter Wahlgang wahrscheinlich
Haben die Bürgerlichen nicht Angst, dass ihnen potenzielle Wählerstimmen verloren gehen, weil sich diese auf zwei Kandidaten verteilen? «Nein», sagt FDP-Präsidentin Maja Widmer. «Wir können mit dieser Strategie die bürgerlichen Kräfte auf zwei Personen binden.» Ausserdem sei unwahrscheinlich, dass einer der vier Kandidaten beim ersten Wahlgang das absolute Mehr erreiche. Somit wird es in Worb zu einem zweiten Wahlgang kommen –und hier werde, so Widmer, ein Kandidat aus dem «linken Lager» (Gimmel oder Gfeller) einem Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager gegenüberstehen.
WorbStrategiewechsel bei den Worber Bürgerlichen: Bisher hatten FDP und SVP stets verkündet, dass sie zusammen mit einer Person ins Rennen ums Worber Gemeindepräsidium steigen. Diese Woche nun haben sie entschieden, dass sie am 30. November mit je einer Kandidatur um die Nachfolge für den Ende Jahr zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) buhlen wollen. Dieser Strategiewechsel sei nicht etwa die Folge davon, dass sich beide Parteien nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten, beteuern sowohl FDP als auch SVP. «Aufgrund der heutigen Ausgangslage – mit bereits zwei nominierten Kandidaten von EVP und SP – kamen die Vertreter der beiden bürgerlichen Parteien gemeinsam zur Überzeugung, das Ziel einer Einheitskandidatur nicht weiterzuverfolgen», schreiben die Freisinnigen in ihrer Medienmitteilung. Ähnlich tönt es bei der SVP: «Wir haben uns nicht etwa verkracht, sondern sind zusammen zu diesem Entschluss gekommen», sagt SVP-Wahlleiter Albert Gambon. Bisher hatten Jonathan Gimmel (sp) und Niklaus Gfeller (evp) ihre Kandidaturen angekündigt. Mit zusätzlich einem SVP- und einem FDP-Vertreter hätten die Worberinnen und Worber nun eine echte Auswahl, sagte Gambon weiter.
FDP ohne Namen, SVP mit Wälti
Wen die FDP aufstellen wird, will die Partei noch nicht verraten. Dies soll laut Parteipräsidentin Maja Widmer erst an der Hauptversammlung der Partei vom 29. April entschieden werden. Widmer stellt eine «ausgewiesene Persönlichkeit» in Aussicht.
Nägel mit Köpfen macht hingegen schon die lokale SVP –und zwar mit ihrem Parteipräsidenten Martin Wälti. Gemeinderat Ernst Hauser, der bis jetzt als SVP-Kandidat fürs Gemeindepräsidium gehandelt wurde, steht laut der «Worber Post» nicht zur Verfügung.
Der 47-jährige Wälti ist seit acht Jahren Mitglied des Gemeindeparlaments. Beruflich ist der Besamungstechniker seit neun Jahren Regionalleiter bei Swissgenetics und steht einem Team von 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Mit seiner Führungserfahrung sei Wälti bestens für das Amt des Gemeindepräsidenten geeignet, schreibt die Partei in ihrer Medienmitteilung. Sie streicht ausserdem hervor, dass ihr Kandidat in Worb stark verwurzelt sei, die Sorgen der städtischen und ländlichen Bevölkerung kenne. Wälti ist Mitglied der Feuerwehr und der Worber Sportschützen. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
Zweiter Wahlgang wahrscheinlich
Haben die Bürgerlichen nicht Angst, dass ihnen potenzielle Wählerstimmen verloren gehen, weil sich diese auf zwei Kandidaten verteilen? «Nein», sagt FDP-Präsidentin Maja Widmer. «Wir können mit dieser Strategie die bürgerlichen Kräfte auf zwei Personen binden.» Ausserdem sei unwahrscheinlich, dass einer der vier Kandidaten beim ersten Wahlgang das absolute Mehr erreiche. Somit wird es in Worb zu einem zweiter Wahlgang kommen –und hier werde, so Widmer, ein Kandidat aus dem «linken Lager» (Gimmel oder Gfeller) einem Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager gegenüberstehen.
Der Hochwasserschutz ist heute Abend Thema im Grossen Gemeinderat Worb. Gleich zwei Vorstösse wurden eingereicht.
Gleich zwei Mal wurde Worb in der letzten beiden Jahren vom Wasser überflutet: Im Juli dieses Jahres überschwemmte ein Sommergewitter Strassen, Hänge rutschten und Keller wurder geflutet. Ähnliches erlebten die Worberinnen und Worber im Juli 2006: Auch damals waren die Unwetterschäden beträchtlich.
Hochwasserschäden sollen künftig vermieden werden, forderte die Bevölkerung. Im Rahmen langjähriger Planungen, wie etwa dem Wasserbauplan Worble, sind Massnahmen vorgesehen. Zudem hat der Gemeinderat nach dem Hochwasser dieses Jahres Sofortmassnahmen ergriffen. Trotzdem beschäftigt das Thema die Politik weiterhin: Für die heutige Sitzung des Grossen Gemeinderats sind gleich zwei Motionen zum Hochwasserschutz traktandiert.
FDP: Umfassendes Konzept
Eine Motion der FDP-Fraktion fordert ein «wirkungsvolles, zeitlich finanziell abgestimmtes und realisierbares Konzept» zum Hochwasserschutz. Die bereits getroffenen Vorkehurngen würden in die richtige Richtung gehen, schreiben die Motionäre. Was aber fehlten, sei ein «Masterplan» für die ganze Gemeinde und eine Zeitachse für dessen Realisierung und Finanzierung. So sei beispielsweise die vorliegende generelle Entwässerungsplanung (GEP) nur mit dem geplanten Worblekanal zu realisieren. Es sei jedoch noch nicht klar, wann dieser Kanal gebaut wird. Weiter befürchtet die FDP-Fraktion, dass die Planungen Bächelmatt, Hofmatt und Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Worbboden nicht genügend mit der neuen Führung der Worble abgestimmt sind - und fragt: «Entsteht da ein unfreiwilliges Rückhaltebecken Worb-Dorf?»
SP: Nicht nur Worble
Die SP-Fraktion fordert ihrerseits die Planung für die Schutzmassnahmen auch im Bereich des Enggisteinbachs unverzüglich aufzunehmen. Der Bach stelle für den oberen Dorfteil eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar. Weiter soll der Gemeinderat bei den zuständigen kantonalen Stellen intervenieren, um das Bewilligungsverfahren zu beschleunigen.
Vorerst gibt es in Worb keine Spezialfinanzierung zur Gemeindeentwicklung: Der GGR ist nicht auf das Reglement eingetreten.
Worb will sich als Gemeinde mit kleinstädtischem und zugleich ländlichem Charakter weiter entwickeln: So steht es im Leitbild des Gemeinderats. Dafür braucht es Geld. Das Reglement «Spezialfinanzierung Gemeindeentwicklung» sah vor, die Erlöse aus dem Verkauf gemeindeeigener Werte wie etwa Liegenschaften zweckgebunden wieder zu verwenden. In diese Sonderkasse hätten bis zu fünf Millionen Franken gelegt werden können Gemeinderat Jonathan Gimmel (sp) betonte vor dem Parlament, die Spezialfinanzierung schaffe Transparenz und verhindere Schwankungen in der Gemeinderechnung. Sie sorge zudem dafür, dass der Verkauf des «Familiensilbers» nicht einfach in die laufende Rechnung einfliesse.
«Sinnloses Sonderkässeli» FDP und SVP forderten, nicht auf das gemeinderätliche Begehren einzutreten. FDP-Sprecher Guy Lanfranconi erklärte, was an einer solchen Spezialfinanzierung besser sei, stehe in den Sternen. Ein solches Sonderkässeli mache nur Sinn, wenn der Gemeinderat die Bedürfnisse analysierte, bevor Geld aufgehäuft würde: «Entweder weiss der Gemeinderat nicht, was er mit dem Geld machen will, oder er sagt es dem Grossen Gemeinderat nicht», so Lanfranconi. Die SVP schloss sich der ablehnenden Haltung an. Der Gemeinderat könne aus allen möglichen Gründen aus diesem Topf schöpfen, da fast alles zur Gemeindeentwicklung deklariert werden könne, sagte SVP-Sprecher Martin Wälti: «Das Reglement ist eine Alibiübung ohne Nutzen.» Wälti äusserte zudem den Verdacht, der Gemeinderat versuche damit, allfällige Begehrlichkeiten, den Steuerfuss zu senken, zu entschärfen.
«Klare politische Priorität» Die Linke setzte sich im Gegenzug für das Reglement ein. Die Gemeinde müsse eine aktive Bodenpolitik betreiben können; die Spezialfinanzierung sei dafür das richtige Instrument, sagte Hannes Wyss im Namen der SP-Fraktion. Der Ertrag aus Liegenschaftsverkäufen würde ohne Spezialfinanzierung zu Steuersenkungen animieren, sagte Urs Gerber (Grüne). Die Gemeindeentwicklung müsse jedoch höher gewichtet werden als kurzfristige Steuererleichterungen. Das Reglement setze klare politische Prioritäten, so Gerber. Trotz der Zustimmung auch von Seiten der EVP wurde auf das Reglement mit 20 zu 19 Stimmen nicht eingetreten.
«Der Bund» vom 17. Oktober 2007 (sul)
Knappe Mehrheit gegen Reglement
In der Gemeinde wird kein neues «Kässeli» geöffnet: Das Parlament trat am Montag gar nicht erst auf die Beratung des «Reglements über die Spezialfinanzierung Gemeindeentwicklung» ein. Mit 20 zu 19 Stimmen stellte sich eine knappe Mehrheit gegen den Gemeinderat. Dieser hatte vorgeschlagen, Gewinne aus dem Verkauf von Liegenschaften und anderem Gemeindevermögen künftig einer gesonderten Rechnung zufliessen zu lassen. Mit den verbuchten Gewinnen hätte dann wiederum Unterhalt und Erneuerung von Worbs Infrastruktur finanziert werden sollen. Das Ziel sei gewesen, schrieb der Gemeinderat, die Verkaufserlöse transparent darzustellen und die Verwendung der Gelder klar zu regeln. Die Spezialfinanzierung hätte gemäss Reglementsvorschlag bis zu einer Höhe von vier Steuerzehnteln, also rund fünf Millionen Franken, geäufnet werden dürfen. Kritisch zum Vorschlag der Regierung äusserten sich vor allem die Bürgerlichen: «Das Sonderkässeli» ist ein Blindflug und nicht ausgereift», sagte etwa Guy Lanfranconi (fdp). Es brauche Geld, um etwa die «maroden Sportanlagen» zu sanieren, erklärte der Sprecher der SP-Fraktion. Auch die EVP sprach sich - vergeblich - dafür aus, auf die Beratung des Reglements einzutreten.
Berner Zeitung BZ vom 17. Oktober 2007 (ats) Keine Abteilung «Schule»
In der Gemeinde Worb wird es auch künftig keine Schulabteilung geben. Das Parlament lehnte einen entsprechenden Vorstoss der SP-Fraktion ab. Der Gemeinderat argumentierte, dem unbestrittenen Stellenwert der Bildung sei mit dem Departement «Bildung» bereits Genüge getan.
Worber Parteien wollen Hofmatt-Sanierung erneut ins Parlament bringen Mit diesem Nein scheint im Nachhinein niemand so richtig glücklich zu sein: Ende Juni wars, als das Worber Parlament äusserst knapp den 450`000-Franken-Kredit für ein Vorprojekt für die Sanierung der Sportanlage Hofmatt ablehnte. Vergangene Woche kündigte der Gemeinderat an, dass er von sich aus aktiv werden und das Projekt erneut ins Parlament bringen möchte. Er habe in Gesprächen mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern festgestelltl, dass sie nicht realisiert hätten, dass bei einem ablehnenden Entscheid das ganze Projekt auf Eis gelegt sei (Bund vom 24.08.2008). Hätte das Parlament die Vorlage zurückgewiesen, hätte es immerhin die Möglichkeit gehabt, Änderungen und Auflagen selber zu bestimmen. Das will es nun nachholen: In einer von allen im Worber Parlament vertretenen Parteien unterzeichneten Motion verlangen die Gemeindepolitiker, dass die "Projektstudie für ein regionales Freizeit- und Sportzentrum Worb" erneut in den Rat gelangen soll. Das Parlament solle dieses Mal nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern über die "wesentlichen Meilensteine" während der Bearbeitungsphase beschliessen können. Die fehlende Mitspache und die zu hohen Kosten waren in der Parlamentsdebatte Ende Juni die Hauptkritikpunkte gewesen. In ihrer Motion verlangen die Parteien ausserdem, dass die Nachhaltigkeit bei jedem "Meilenstein" dokumentiert werden soll. Und die Planungen rund um die Überbauungsordnung Hofmatt müssten mit jenen für das regionale Freizeit- und Sportzentrum koordiniert werden, ist in der Motion weiter zu lesen.
Projektetappen einbauen Auch der Gemeinderat möchte dem Parlament mehr Mitsprache gewähren, indem er Projektetappen einbaut, sodass der Rat jeweils über einzelne Schritte befinden kann. "Der Gemeinderat zielt in die richtige Richtung", sagt FDP-Fraktionschef Ueli Emch, dessen Partei die überparteiliche Motion initiiert hat. Der Vorstoss sei dadurch aber "gar nicht überflüssig". Nach dem Nein des Parlaments vor zwei Monaten befinde sich die Regierung in "hängenden Seilen". Bevor der Gemeinderat nun erneut handeln könne, brauche er dazu den Auftrag des Parlaments. Dessen ist sich auch Gemeindepräsident Peter Bernasoni bewusst. "Ohne Unterstützung des Parlaments wäre es sinnlos, das Ganze noch einmal aufzurollen." Er hofft, dass durch das Engagement der Parteien die nun verlorene Zeit etwas aufgeholt werden könne.
Wellness-Oase in Worb Denn mit fortschreitender Zeit geht zusätzlich Geld verloren. Eine von der Inova Management AG aus Wollerau verfasste Studie hat gezegt, dass die Kunsteisbahn und das Schwimmbad auf der Hofmatt jährlich 200`000 Franken verlieren. Beide Genossenschaften verfügen über keinerlei Reserven. Die Trägerschaft der Kunsteisbahn ist überschuldet. Zur Verbesserung der Situation soll laut der Studie ein regionales Freizeitzentrum entstehen. Unter anderem ist ein Wellnessbereich vorgesehen. Rund sechs Millionen Franken würde die Sanierung kosten. Der Bericht sieht vor, dass Worb, umliegende Gemeinden und Private das Geld aufbringen.
Catherine Arber, "Der Bund" vom 30. August 2007
Die Ziele der FDP Worb
Anlässlich des Dreikönigstreffens hat die FDP ihre Ziele neu definiert > mehr
aktuelle Worber Post
Das (Weihnachts-) Wunder von Worb Jahresschlussworte der Parteileitung > mehr